Doppelbesteuerungsabkommen Dubai

Wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben und/oder arbeiten will, den zieht es meist nach Dubai. Dort werden keine Steuern erhoben, sodass man einen Großteil seines verdienten Geldes behalten kann. Abgeschreckt von den deutschen Steuern zieht es immer mehr Deutsche in die arabische Metropole. Wer sich auf seinen Aufenthalt in Dubai nicht genau vorbereitet und sich mit den steuerlichen Besonderheiten nicht vertraut macht, kann eine böse Überraschung erleben.

DBA zwischen Dubai und Deutschland

Zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde am 01. Juli 2010 in Berlin ein neues Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) unterzeichnet. Das Doppelbesteuerungsabkommen weist eine Gültigkeit von vorerst zehn Jahren auf, die jedoch um weitere zehn Jahre verlängert werden kann, wenn beide Vertragsstaaten dieser Verlängerung zustimmen. Das Abkommen war rückwirkend ab dem 01. Januar 2009 gültig und löste die Freistellungsmethode durch die Anrechnungsmethode ab. Diese Umstellung ist die wohl gravierendste Änderung bei dem Doppelbesteuerungsabkommen. Durch ein Doppelbesteuerungsabkommen soll eine doppelte Besteuerung vermieden werden. In einem solchen Abkommen werden Regelungen getroffen, wie Firmen und Privatpersonen besteuert werden, die nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland Einnahmen erzielen. Einer Doppelbesteuerung soll somit entgegengewirkt werden. Das Doppelbesteuerungsabkommen Dubai – Deutschland stellt hier jedoch eine Besonderheit dar, denn in Dubai müssen Privatpersonen und auch Unternehmen keine Steuern zahlen, somit entfällt in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Steuerpflicht. Private Personen müssen keine Einkommensteuer zahlen und für Unternehmen fallen keine Unternehmens- oder Körperschaftsteuern an. Das alte Doppelbesteuerungsabkommen folgte noch der Freistellungsmethode. Deutsche Bürger konnten so von der Steuer befreit werden, wenn sie im Ausland besteuert wurden. Dies war für deutsche Staatsbürger mit Einkünften in Dubai von Vorteil, denn so wurde ihr Einkommen weder in Dubai, noch in Deutschland besteuert. Durch das neue Doppelbesteuerungsabkommen hat sich dies jedoch geändert und das neue Abkommen ist für deutsche Bürger eher von Nachteil, denn es folgt der Anrechnungsmethode. Im Doppelbesteuerungsabkommen Dubai – Deutschland ist im Artikel 14 geregelt, dass die Vereinigten Arabischen Emirate zwar das Recht der Besteuerung haben, wenn der Steuerpflichtige jedoch weiterhin seinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt in Deutschland hat, unterliegt er gleichzeitig auch der deutschen Steuerpflicht. Dabei wird die Steuer, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten erhoben wird angerechnet, sodass die Einkünfte nicht doppelt besteuert werden. Im Grunde ist dies positiv zu bewerten, da in Dubai und in den restlichen Emiraten jedoch keine Steuern erhoben werden, müssen die gesamten Einkünfte in Deutschland versteuert werden. Der Grundgedanke eine Doppelbesteuerung zu vermeiden ist somit erfüllt, jedoch mit negativen Folgen für den Steuerpflichtigen. Abhilfe kann hier nur eine dauerhafte Wohnsitzverlegung nach Dubai schaffen.

Die Steuerbefreiung für Unternehmen ist nur dann gegeben, wenn das Unternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässig ist. Die Ansässigkeit ist allerdings nur dann gegeben, wenn dies die zuständige Behörde in den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigt hat.

Das Doppelbesteuerungsabkommen sieht einen Informationsaustausch zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor. Der Austausch der Informationen ist dabei an gewisse Voraussetzungen gebunden, so darf der Austausch nicht in Folge von Maßnahmen ausgelöst werden, die von den gesetzlichen Regelungen und der Verwaltungspraxis eines der beiden Vertragsstaaten abweichen.

Dem neuen Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Dubai und Deutschland mit der Anrechnungsmethode kann man sich nur entziehen, wenn man seinen Wohnsitz in die Vereinigten Arabischen Emirate verlegt. Hat man seinen ständigen Aufenthalt und seinen festen Wohnsitz in Dubai oder einem anderen Emirat und bricht all seine Zelte in Deutschland ab, dann unterliegt man nur noch der Steuerpflicht in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Doppelbesteuerungsabkommen Dubai  –  Deutschland findet somit keine Anwendung mehr und man muss seine Einkünfte, die in Dubai erzielt werden nicht in Deutschland versteuern. Man unterliegt demnach vollständig der Besteuerung in den Vereinigten Arabischen Emiraten und da dort keine Steuern erhoben werden, bleiben die erzielten Einkünfte steuerfrei. Steuern werden hier weder auf Staatsebene, also durch die Vereinigten Arabischen Emirate erhoben, noch durch die Teilemirate wie Dubai oder Abu Dhabi. Lesen Sie zu diesem Thema unseren Artikel „Vorteile der Wohnsitzverlegung nach Dubai“ um alle Informationen zu erhalten.

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